Segensbüro Essen

Mein Leben ist von Gott gesegnet, in guten und in schlechten Zeiten. Das wollen wir mit Menschen feiern und ihnen zusprechen“, sagen Eva Gabra und Juliane Gayk aus Essen.

Noch vor wenigen Jahren war es selbstverständlich, dass Menschen im Ruhrgebiet Lebensübergänge mit einem von der Kirche geprägten Ritual feierten. Das Kind wurde getauft, die Schwelle zum Erwachsenenleben mit der Konfirmation begangen, die kirchliche Trauung war die gefeierte Eheschließung und die Beerdigung führte die Pfarrperson durch. Doch das ändert sich, nicht nur im Ruhrgebiet.

Evangelium trifft Biographie

Immer mehr Menschen (auch Kirchenmitglieder) entscheiden sich in besonderen Lebensmomenten für andere Dienstleister*innen. Besonders bei jüngeren Menschen verändert sich der Bezug zur Parochie und so der selbstverständliche Zugang zur sogenannten Kasualbegleitung. Auch wenn nur ein kleiner Teil aller Kirchenmitglieder laut der letzten Kirchenmitgliedschaftsstudie regelmäßig einen Gottesdienst besuchen, wünscht sich der Großteil ,besonders in den besonderen Momenten des Lebens, die Begleitung ihrer Kirche.
In den Kasualien erwarten Menschen den Zuspruch von Gottes Segen und Seelsorge. Das ist eine große Chance, denn in diesen besonderen Lebensmomenten sind Menschen berührbar und das Evangelium kann in ihre Lebenssituation hineinsprechen. Hier sehen wir als Team vom Erprobungsraum Segensbüro Essen unsere Chance!“ sagt Eva Gabra.

Vom Babysegen zum Segensbüro

Wie sie als Kirche in Essen Menschen in Lebensübergängen gut begleiten können und sichtbarer werden als Expert*innen dafür, das wurde in den letzten Jahren im Kirchenkreis Essen über die traditionellen Kasualien hinaus mit den ökumenischen Segensfeiern für werdende Eltern und für Babys, aber auch mit Tauffesten und neuen Ritualen für Abschiede ausprobiert.

Wir waren lange in keiner Kirche mehr. Die Segensfeier war wunderschön und genau das richtige für uns“, sagt ein Elternpaar mit ihrem Baby auf dem Arm und Tränen in den Augen bei einem Interview nach einer Segensfeier. In den letzten zwei Jahren wurde die ökumenische Initiative Segensfeiern für werdende Eltern und für Babys durch die Erprobungsräume unterstützt. Ermutigt von vielen guten Erfahrungen und ermöglicht durch Spenden und den Mut des Kirchenkreises wurde ein eigener Pfarrstellenanteil für die Segensfeiern langfristig eingerichtet.

Mit dem Erprobungsraum Segensbüro Essen wollen sie nun einen Schritt weiter gehen und das Thema Begleitung an Lebensübergängen durch klassische und neue Kasualien in Essen weiter angehen.

Offene Türen, Netzwerk und Kreativität

Eine Projektgruppe mit verschiedenen Menschen aus dem Kirchenkreis hat an der Idee des Segensbüros gebastelt. Eva Gabra und Juliane Gayk waren von Anfang an Teil davon. Sie haben das Gespräch mit den Kolleg*innen im Pfarrkonvent gesucht und schließlich eine Idee entwickelt: sie träumen von einem Segensbüro mitten in der Essener Innenstadt! Leicht zu finden, auch digital. Ein Büro, das gut vernetzt ist mit Gemeinden und kirchlichen Orten, zu ihnen hin vermittelt und Gemeinden dabei unterstützt, Menschen individuell und kreativ zu begleiten. Ein Büro als Schmiede für neue Kasualien und Formen, die auch Menschen über unsere kirchlichen Grenzen hinaus erreichen. Ihr Ziel ist es, dass möglichst viele Menschen in Essen Zugang zu einer passenden Kasualbegleitung bekommen!

Start des Erprobungsraums ab August 2023

Inspiriert hat die Projektgruppe die Arbeit von Kasualagenturen, die es schon in einigen Ballungsgebieten gibt: kirchliche Agenturen, die an der Seite der Menschen sind, um sie in besonderen Momenten ihres Lebens zu begleiten und in Verbindung zu bringen – mit Menschen, Gemeinden, Orten und dem Glauben.

Ab August 2023 geht es los mit der Gründung. „Dank der Förderung der Erprobungsräume der EKiR und des Mutes unseres Kirchenkreises werden wir mit einem kleinen Team ab August 2023 mit der Gründung eines Segensbüros in Essen beginnen und es fünf Jahre lang erproben“, sagt Eva Gabra.

Und Juliane Gayk ergänzt: „Wir hoffen, dass wir so zusammen als Kirche in Essen viele Menschen segensreich begleiten können, ihnen irgendwo auf ihrem Lebensweg zwischen Wiege und Bahre zusprechen: Gott ist da!“

Wenn du dich mit diesem Erprobungsraum vernetzten möchtest, melde dich bei Juliane Gayk oder Eva Gabra.