Online-Dialog Workshops

Waldspaziergang: In einem von sieben verschiedenen Workshops können Sie eine Facette der Frage von Mixed Economy beleuchten. Wie gehen Formen von Kirche, die in der Zeit gewachsen und liebgewonnen sind, zusammen mit innovativen und neuen Aufbrüchen?
Unterschiedliche Workshops beleuchten verschiedene Aspekte. In der Anmeldung wählen Sie einen Workshop aus.

 

  1. „Vegetationsperioden“ – Welche Phasen durchlaufen Innovationen und welche Unterstützung brauchen sie
    (Dr. Roland Schöttler)

Workshop: Innovationen sind strategische Entscheidungen. Aber was sind Barrieren für Innovationen, welche Voraussetzungen brauchen sie und was sind Faktoren für ein stark ausgeprägtes Innovationspotenzial? In diesem Workshop wird ausgehend von den Erfahrungen aus der Sozialwissenschaft und Sozialökonomie auf Innovationsprozesse geschaut und was die Kirche für ihre Innovationsprozesse davon lernen kann.

Vita: Dr. Roland Schöttler ist Professor für Sozialökonomie mit den Schwerpunkten Management, Soziale Innovation und Digitalisierung an der Evangelischen Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe. Er hat als freiberuflicher Managementberater soziale Organisationen, insbesondere im Kontext der Diakonie zu den Themen Strategie und Innovationsprozesse beraten. Aus der Wirtschaft kommend blickt er als Sozialökonom auf Innovationsprozesse und Entwicklungen in diakonischen und sozialen Kontexten.

 

  1. „Fichtensterben“ – Umgang mit dem, was nicht mehr geht. Changebegleitung und Changezyklen (Ute Clement)

Workshop: Der schmerzhafteste Punkt in einem Change-Zyklus ist der Moment, an dem man sich von Dingen, Vorgehensweisen und Gewohnheiten verabschieden muss, die vielleicht lange bewährt waren, aber in der Zukunft nicht mehr tragen.
In dem Workshop wird aufgezeigt, welche Rituale und Maßnahmen helfen, diese Phasen zu unterstützen.  Am Beispiel des Ablaufs einer Beerdigung haben wir Gelegenheit zu besprechen, wie es gelingen kann, gute Abschlüsse zu finden.

Vita: Ute Clement berät seit 28 Jahren Unternehmen und Organisationen im internationalen Umfeld. Bei der Daimler AG war sie als interne Beraterin tätig. Systemisches Vorgehen in der Beratung ist ihre Leidenschaft und Expertise. Ute Clement ist Diplom-Psychologin und hat Theaterwissenschaft und Ethnologie studiert. Seit 1995 ist sie Geschäftsführerin der Ute Clement Consulting GmbH. Ihre Schwerpunkte sind Organisationsberatung, Begleitung von Change- und Transformationsprozessen und Coaching.

 

  1. „Wer geht eigentlich in den Wald?“ – Milieus und Mitgliederorientierung in der Kirche (Dr. Tobias Faix)

Workshop: Gelungene Mitgliederorientierung bedarf einer Auseinandersetzung mit den Menschen und Milieus. Durch die gesellschaftlichen Transformationen differenzieren sich die verschiedenen Milieus immer mehr aus und Menschen verstehen sich im wahrsten Sinne des Wortes immer weniger. Aber (religiöse) Kommunikation ist die Grundvoraussetzung für Kirche und Mitgliederorientierung. Deshalb wollen wir in unserem Workshop über die unterschiedlichen Milieus, Erwartungen und Sprachcodes reden und uns an konkreten Beispielen fragen, wie Kirche sich wieder neu ihren Mitgliedern zuwenden kann, so dass Gemeindebindung und Kirchenzugehörigkeit entstehen.

Vita: Dr. Tobias Faix hat in Deutschland, Amerika und Südafrika Theologie studiert und arbeitet als Professor für Praktische Theologie an der CVJM Hochschule Kassel. Er leitet den Master „Transformationsstudien: Öffentliche Theologie und Soziale Arbeit“ und das Forschungsinstitut empirica für Jugend, Kultur und Religion. Gesellschaftliche Transformationen und welche Herausforderungen sich daraus für Gesellschaft und Kirche ergeben, beschäftigen ihn auch in der Herausgeberschaft der Reihe „Interdisziplinäre Studien zur Transformation“.

 

  1. „Wenn kleine Bäume entstehen, wo sie nicht hinpassen“ –Strategische Innovation in die Struktur übersetzen (Maria Herrmann)

Workshop: Menschen in kirchlichen Systemen sind derzeit enormen Veränderungen und Herausforderungen ausgesetzt. Kirche hat es dabei mit „unbekannten Unbekannten“ zu tun. Für das, was sich auf diesen neuen Wegen zeigen will, kann es keine Bilder geben. Der Knackpunkt dabei ist: Diese Formen des Aufbruchs lassen sich nicht planen — und auch nicht steuern. Dies ist ein Teil des Phänomens, das man Komplexität nennt.
Der Workshop nähert sich der Frage, wie man in komplexen Situationen Atmosphären schaffen kann, die Dynamiken für das Neue erzeugen und was es dafür in kirchlichen Strukturen braucht.

Vita: Maria Herrmann ist Theologin im Bistum Hildesheim für strategische Innovation. Ziel ist es Kreativität und Sendungsorientierung im Bistum zu fördern und damit kirchliche Veränderungsprozesse zwischen Tradition und Innovation zu begleiten. Zudem forscht sie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Fach Pastoraltheologie im Bereich Komplexitätsforschung, Mission und Fresh Expressions of Church.

 

  1. „Wenn der Wald nach eins aussieht“ – Vom „Why“ der Mixed Economy (Dr. Sandra Bils)

Workshop: Warum reden wir eigentlich von einer Mixed Economy und der Frage danach wie gehen Formen von Kirche zusammen, die liebgewordene Traditionen haben und neue Aufbrüche denken? Was ist der Grund und das Verbindende über Innovationen zu reden? Was kann eine Kirche sein und was soll sie sein? Oder anders gesagt: Vom „Why“ der Mixed Economy. Diesen Fragen wird in diesem Workshop nachgegangen.

Vita: Dr. Sandra Bils ist Theologin und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit einer Kirche der Zukunft in ökumenischer Perspektive. Sie träumt von einer Kirche, in der Traditionen und Innovationen verbunden sind und Glaube vielfältig und alltagsrelevant gelebt wird. Als Referentin bei midi – Evangelische Arbeitsstelle für missionarische Kirchenentwicklung und diakonische Profilbildung in Berlin und Honorarprofessorin an der CVJM Hochschule in Kassel beschäftigt sie sich mit zeitgenössischen Reform- und Dekonstruktionsbewegungen und berät und begleitet kirchliche Veränderungsprozesse.

 

  1. „Mischwald oder Monokultur?“: Was meinen wir eigentlich, wenn wir ‚Gemeinde‘ sagen? (Prof. Tobias Braune-Krickau)

Workshop: Alle reden davon und doch ist kaum ein Wort ist so schillernd und mehrdeutig wie ‚Gemeinde‘. Theologische Argumente, Visionen einer anderen Kirche, persönliche Erfahrungen und kirchenpolitische Strategien fließen hier beständig in einander. Lässt sich etwas Licht in Dunkel bringen? Was können wir unter Gemeinde verstehen? Und macht das überhaupt einen Unterschied?

Vita: Tobias Braune-Krickau ist Professor für Praktische Theologie an der Universität Greifswald. Er beschäftigt sich u.a. mit gegenwärtigen Kirchenbildern.

 

  1. „Wenn Bedingungen sich ändern“ – Ein Blick auf die Veränderung von Kirchenordnungen (Oberlandeskirchenrat Dr. Rainer Mainusch)

Workshop:  Die Ev.-Luth. Landeskirche Hannovers hat sich nach einem vierjährigen Diskussionsprozess eine neue Verfassung gegeben und darin neben der Ortsgemeinde andere dauerhafte Gemeindeformen (wie Personalgemeinden und Hochschulgemeinden) und nicht rechtlich verfasste Formen an Orten oder auf dem Weg nebeneinander gestellt. So wurde ein rechtlicher Rahmen geschaffen wie verschiedene Formen von Kirche juristisch gleichwertig anerkannt sind. Die Herausforderungen auf dem Weg dahin, Konsequenzen und Entwicklungen beleuchtet dieser Workshop.

Vita: Dr. Rainer Mainusch ist Oberlandeskirchenrat der Ev.-Luth. Landeskirche Hannovers. Als Leiter der Rechtsabteilung im Landeskirchenamt und Mitglied des Verfassungsausschusses hat er maßgeblich mit dafür gesorgt, dass in der Reform der Kirchenverfassung der Landeskirche neue Gemeindeformen ausdrücklich berücksichtigt werden.